hennigsen

Glücksmomente

Während ich so in meinem Studierzimmer sitze und einen mit Schokolade vollverkleideten Kinderriegel in mich hineinführe (schon gemerkt? Die Dinger schmelzen nicht mal mehr in der Hand, sondern erst auf der Zunge), sinniere ich über das Glück und was das wohl persönlich für mich bedeutet. Ich komme dabei nicht weit, weil mich die Statusbalkenbefüllung einer laufenden Softwarebetankung davon abhält. Ich muss zugeben, dabei kann ich einfach nicht wegschauen. Die dabei immer zufällig eingestreuten Klickbestätigungen nehmen mich geistig immer derartig gefangen, weil ich keine davon verpassen will. Minutenlang flimmern Statusmeldungen wie ein Mantra an mir vorbei. Endlich die erlösende Meldung: Glückwunsch, Ihre Software wurde erfolgreich aktualisiert. Ist das schon Glück? Naja, vielleicht ein Zipfelchen davon. Schließlich kann ich mich nun meinem eigentlichen Vorhaben, dem Einmassieren von Fußlotion (Minze Fresh) widmen.

Glück, das bedeutet für mich unter anderem einfach: Zeit zu haben. Für Dinge, die im Alltag liegen bleiben. Die in der Hektik keine Beachtung finden. Zeit, um die Gedanken schweifen lassen. Nicht machen müssen, sondern einfach sein, ohne Plan und Verpflichtung. Ich denke, ich bin ein Meister im Fließenlassen von Zeit, wenn man mich nur lässt. Und wenn man mich dann nach so einem Wochenende fragt, was ich denn gemacht habe, habe ich darauf keine passende Antwort. Eigentlich nichts. Aber dabei habe ich mich glücklich gefühlt.

Natürlich lebt Glück auch für mich von zwischenmenschlicher Energie. Geprobt am vergangenen Wochenende an unserem ersten 'Elternwochenende' seit nunmehr drei Jahren. Dank des Pfadfindertums von unserem Bäckerjungen haben wir im Quatsch Comdey Club im Café Keese auf der Reeperbahn Kultur getankt und bei der Gelegenheit eine gute Lachmuskelmassage erhalten.
Kostprobe?

Andi aus Rüffelshausen, einem kleinen Dorf im Schwarzwald, ist das erste Mal in der großen Stadt. Seinem Vater hat er versprochen, etwas mitzubringen, etwas, das es nur in der Stadt zu kaufen gibt. [Er kauft eine zweistellige Hausnummer]. Abends geht er in die Disco und wird vom Türsteher nicht durchgelassen. Warum er denn Türsteher geworden ist, will Andi von ihm wissen. Hat er, als er in der Grundschule aus dem Klassenzimmer verwiesen wurde, auch so im Flur herumgestanden und sich dabei gedacht: Hmm, das kann ich mir später auch mal beruflich vorstellen..? Und die Türchen des Adventskalenders..hat er die früher eigentlich aufgemacht oder bewacht? Und duzt man sich nach den langen Jahren im Job eigentlich mit der der Fußmatte?

13.4.07 00:07

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Bakerboy (13.4.07 09:48)
Da meine Fußmatte deutlich älter ist als ich, warte ich, dass sie mal den ersten Schritt macht.


Anne von der Couch / Website (26.4.07 15:15)
Kultur, Kultur ... ich will dir fressen.


Bakerboy (8.5.07 21:25)
Schön, dass du mal wieder vorbei schaust und sogar Gastsänger bei Magdeburg Hotel werden möchtest. Aber was machen denn die eigenen epischen Ambitionen?

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